Vergleich von Intra- zu Extraoral-Scannern Teil 4

Der Autor verglich verschiedene Intraoral-Scanner mit Extraoral-Scannern, wobei er selbst als „Studienobjekt“ zur Verfügung stand. Lesen Sie in diesem Teil, welche Software Steven Lange bei seiner In-vivo-Studie einsetzte und welche Messungen er vornahm.

Auswertungssoftware

PolyWorks von duwe 3d hat schon eine langjährige Entwicklungsphase beim Verarbeiten und Auswerten dreidimensionaler Daten durchlaufen. In der Automobil- und Zuliefererindustrie gilt sie weltweit als Standard. Mit dieser Software analysierten und verglichen wir die erhobenen Scan-dateien, welche dann die Abweichungen zu unserem Referenzmodell anzeigten. Der Vergleich startete mit der Ausrichtung und Positionierung der Datensätze. Welches Ergebnis man erhält, ist abhängig von der Ausrichtstrategie. Alle Daten wurden mit der Best-Fit-Strategie bearbeitet, um einheitliche Bedingungen vorzufinden. Die Best-Fit-Einstellung wurde mit einer Unterteilung von Eins-zu-eins und einem maximalen Abstand der zu vergleichenden Punkte von 2 mm gewählt. Dabei wurde ein Wert für die Konvergenz ermittelt. Je niedriger dieser ausfällt, desto bessere Ergebnisse werden geliefert (Konvergenz = Übereinstimmung von Oberflächenformen).

Untersuchungsparameter
Da diese Studie nicht nur auf die Genauigkeit der einzelnen Scanner abzielt, wurden neben dem Vergleich der intraoralen Scandaten zum Referenzscan noch weitere Untersuchungen durchgeführt.

Abweichungen Intraoral zu Gipsmodell
Bei diesem Vergleich wurde zweimal mit demselben System gescannt. Zum einen die intraorale Situation, zum anderen das zuvor hergestellte Gipsmodell. Dabei lassen sich Unterschiede zwischen dem direkten Scan und dem Umweg über das Gipsmodell feststellen. Da wir Ober- und Unterkiefer vorliegen haben, müsste die Abweichung der beiden Kieferhälften immer gleich sein. Es sei denn, jeder Scan erzielt für sich genommen unterschiedliche Ergebnisse. Die Farben der Skalen in den Abbildungen zeigen die Abweichungen in Millimetern.

Abweichungen Intraoral zu Referenzscan
Diese Messung beinhaltet die Genauigkeit zu unserem Referenzscan. Die im oberen Anschnitt angezeigte Abweichung lässt sich nun in diesen Punkt mit einbinden. Der direkte intraorale Scan wird dem Gipsmodellscan mit der Berücksichtigung der Informationen der Abweichungen Intraoral zu Gipsmodell gegenübergestellt.

Abweichung Gipsmodell zu Referenzscan
Dasselbe Modell wurde in diesem Teil zum Vergleich herangezogen. Sämtliche Diskrepanzen von intraoralen Situationen zum Scan außerhalb der Mundhöhle wurden eliminiert und nur die Qualität der Scansysteme beachtet. Wie auch in den erwähnten Studien wurde die Genauigkeiten mit einem Prüfkörper bestimmt.

Bissverhältnis
Im Verlauf des digitalen Workflows (Ablauf der handwerklichen Arbeitsschritte entfallen aufgrund
des Designs am Bildschirm) ist die Bissrelation von Ober- zu Unterkiefer interessant. Lässt man heute vollanatomische Kronen fräsen, muss der Antagonist berücksichtigt werden. Als Lösungsansatz zur Vergleichsbestimmung verfügt PolyWorks über das Modul Block-Luftmessung. Hierbei wird der Abstand der gegenüberliegenden Scanpunkte errechnet und auf der Zahnoberfläche farbig dargestellt.

Intraoral
Mit geschlossener Mundsituation wird die intraorale Kamera vestibulär über den Zahnbogen geführt.

Extraoral
Die Gipsmodelle werden per Hand zusammengehalten und dann ebenfalls mit dem Vestibulärscan
aufgenommen.

Analyse
Die Software fasste in einem Report die Abweichungen jedes einzelnen Scans zusammen. Die erhobenen Werte wurden in Excel zusammengeführt und ausgewertet. Von den Oberkiefer-Daten
gibt es eine zweite „Best-Fit“-Ausrichtung, die von der ersten zu differenzieren ist.
Diese zweite Ausrichtung hatte folgende Parameter: Der maximale Abstand der zu vergleichenden Scanpunkte beträgt 0,1 mm und die Unterteilung erfolgt Eins-zu-eins (jeder Scanpunkt wird berücksichtigt). Hierdurch werden bessere Ergebnisse erzielt.